04.08.11 “Der Homo Mallorca”
Letzte Nacht träumte ich, ich würde ein episches Stück über die Erschaffung der römischen Reichs schreiben und an den Originalschauplätzen inszenieren, wobei ich gegen Zweiteres nichts einzuwenden hätte. Jetzt habe ich mich doch einige Zeit mit der Frage beschäftigt, was mir mein Unterbewußtsein denn so hat sagen wollen, indem das römische Weltreich um die vom Traume verpfropften Ohren schlug – eine Epoche, die mich nie wirklich vom Hocker gerissen hat. Vielleicht, mich daran zu gemahnen, dass wir erneut in einem Kaiserreich leben? Voller Götter und Dämonen? Geführt von einem ehemaligen Fußballer namens Kaiser Franz, der, egal was für einen Scheiß er daherredet, bislang vor noch keinem Capitol fitettiert wurde? Assistiert von einer unüberschaubaren Anzahl der Titanen, die ich bislang der griechischen Mythologie zuordnete? Torwart-Titan Oliver Kahn, Poptitan Dieter Bohlen, Unterhaltungstitan Thomas Gottschalk – allesamt wirkend in einer Welt der Märchen: Sommermärchen 2006 Fußball WM, Sommermärchen 2008 Fußball EM, Sommermärchen 2010 Fußball WM, Sommermärchen 2011 Damenfußball WM (*Hust*, so ein Märchen kann ja auch mal in die Hose gehen). Haben mich also Kaiser, Märchen und Titanen in die Sagenwelt des römischen Reichs zurückkatapultiert? Oder war dies eine der vielen unerwünschten Nebenwirkungen meiner bislang schon fast 1 Jahr währenden Totalabstinenz. Ich fürchte Zweiteres, was mich in dem Entschluss bestärkt, demnächst meine wertvolle Zeit mit Bierchen anzureichern und die Schlafeslücken mit Drogen jeglicher Couleur zu füllen, mal schauen was da kommt.
Befinde mich derzeit in einem intellektuellen Dämmerzustand, der dem nicht eintreffenden Sommer sehr nahekommt. Der Regen erfreut mein Herz, die Bilder verwaister Strände und einsam klaffender Strandkörbe stimmen mich froh, und die heulender Bälger in verchlorten Spaßbädern bewegen meine Sinne gar in Flugbahn. Auf Malle soll es auch pissen, was dem jüngst entdeckten Homo Mallorca nicht weiter zu schaden scheint. Das liegt an seinem gesteigerten Konsum von Kräuterschnaps, der ihn wetterrestistent macht. Zu erkennen ist der Homo Mallorca an blondierter Mähne, erschlaffendem Fleisch, dennoch nicht zu bremsender Jungendlichkeit und lautem Röhren – egal was er von sich gibt. In den letzten Jahren hat es da interessante Veränderungen durch Abwanderungen von Jungvieh nach Kroatien und Bulgarien gegeben, was eine eingehende Beobachtung des Original-Homo Mallorca auf freier Wildbahn erst wirklich ermöglicht. Übrigens gibt es auch einen König von Mallorca, das ist ein deutscher Shlagerbarde, dessen Namen man nicht in den Mund nehmen sollte, weil man sonst Gefahr läuft, sich mit was zu vertoxen, was man nicht mehr loskriegt. Aber der wahre liebe Gott von mallorca, das war deutsche Showtitan, der brachte einmal im Jahr WETTEN DASS auf die Balearen, das war das größte Ereignis im Universum, das hat aber jetzt leider ein Ende, weil der Titan die ARD verjüngt und der das Universum nicht mehr bei WETTEN DASS mitspielt.
